Operative Zersetzungs-Maßnahmen der Staatssicherheit und deren psychische Folgen

12.07.2022 | Zoom

Veranstaltung der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur:

Das SED-Regime bekämpfte seine vermeintlichen oder tatsächlichen Gegner nach einer Richtlinie des MfS seit 1976 mit sogenannten Zersetzungsmaßnahmen. Zu diesen gehörten u.a. die Diskreditierung in der Öffentlichkeit, manipulative Eingriffe in private Beziehungen und in die Arbeitstätigkeit. An die Stelle offener physischer Repression trat die meist konspirativ eingesetzte psychologische Repression: die systematische Verunsicherung der Personen und ihrer sozialen Beziehungen mit dem Ziel, sie innerlich zu zerstören und damit politisch handlungsunfähig zu machen. So wurden beispielsweise Telefonate abgehört, Bild- und Tonüberwachung von Wohnungen vorgenommen und die Post kontrolliert, bzw. manipuliert. Prof. Uwe Wolfradt informiert darüber, wie aus wissenschaftlicher Sicht Vertrauen entsteht und wie es zerstört werden kann. Er vermittelt, wie in Beratung und therapeutischer Behandlung durch politische Repression verlorengegangenes Vertrauen wieder aufgebaut werden kann. Die Zertifizierung wird bei der Ärztekammer SachsenAnhalt beantragt.

Referent: Prof. Uwe Wolfradt, Institut für Psychologie der Martin-Luther-Universität HalleWittenberg

Anmeldung per E-Mail:veranstaltung(at)lza.lt.sachsen-anhalt.de bzw. über Tel.: 0391/560 1501