„Nach den Haftunterlagen war das Verhalten der Klägerin problemlos …“ Rückendeckung für die Diskreditierung von DDR-Unrechtsopfern durch richterliche Fehlbeurteilung in Sachsen-Anhalt. Ein Fallbericht

21.06.2022 | Zoom

Veranstaltung der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur:

Die sozialrechtlichen Begutachtungen in Bezug auf die gesundheitlichen Folgeschäden von SEDVerfolgten in Entschädigungsverfahren stellen für die Betroffenen eine große Belastung dar. Retraumatisierungen des erlebten Unrechts sind ein häufiges Phänomen in der Begutachtungspraxis. Gutachter und Gutachterinnen verfügen über unterschiedliche Qualifikationen und auch unterschiedliches historisches Wissen. Dies kann zu langen Anerkennungsverfahren mit nicht selten mangelnder Anerkennung der durch das DDR-Unrecht erlittenen gesundheitlichen Folgeschäden der Betroffenen führen. Prof. Frommer erforscht die systematischen Quellen von Voreingenommenheit und beschreibt, wie man diesen entgegenwirken kann. An einem Fallbeispiel zeigt er, welche institutionellen Barrieren Entschädigungen für Gesundheitsstörungen nach politischer Haft noch heute im Weg stehen und welche Maßnahmen helfen können, diese Barrieren abzubauen. Die Zertifizierung wird bei der Ärztekammer Sachsen-Anhalt beantragt.

Referent: Prof. Dr. med. Jörg Frommer, Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Medizinische Fakultät Magdeburg

Anmeldung per E-Mail:veranstaltung(at)lza.lt.sachsen-anhalt.de bzw. über Tel.: 0391/560 1501